Was ist eigentlich "Schulreife" bzw. "Schulfähigkeit"?

Vor einigen Monaten wurde bei Ihrem Kind geprüft, ob es bereits so weit entwickelt ist, dass es die Schule besuchen kann. Früher glaubte man, dieser Entwicklungsstand würde sich von selbst einstellen, wenn man abwarten würde, bis das Kind "reif" sei. So entstand der Begriff der "Schulreife". Heute weiß man, dass diese Voraussetzungen für den erfolgreichen Schulbesuch nicht einfach reifen, sondern durch vielfältige Anregungen in den ersten Lebensjahren geprägt werden. Daher spricht man heute von "Schulfähigkeit". Doch auch dieser Ausdruck ist etwas irreführend, weil man glauben könnte, das Kind bringt ein Bündel von Leistungen mit, die genau dem entsprechen, was in der Schule gefordert wird. Schulfähigkeit besagt aber nur, dass ein Kind höchstwahrscheinlich die Aufgaben erfüllen kann, die es gestellt bekommt.

Wie kann ich mein Kind auf die Schule vorbereiten?

Machen Sie Ihrem Kind keine Angst, sondern wecken Sie Neugier und stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Sehen Sie dem neuen Lebensabschnitt positiv entgegen.
Geben Sie Ihrem Kind Geborgenheit und Zuwendung. Sprechen Sie viel mit dem Kind. Lassen Sie Ihr Kind nur ausgewählte Fernsehsendungen sehen, sprechen Sie über das gesehene Programm. Fördern Sie die Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, indem Sie Ihr Kind Dinge beobachten und anschließend von ihm erklären lassen. Basteln und Malen fördert die für das Schreiben notwendige Feinmotorik. Erziehen Sie Ihr Kind zur Selbständigkeit: Essen, Anziehen, Aufräumen oder Ordnung halten. Üben Sie mit Ihrem Kind wichtige Verhaltensweisen wie Ausdauer, z. B. am Tisch sitzen bleiben bis alle aufgegessen haben. Würfelspiele dienen sehr gut dem Umgang mit Zahlen und fördern so das Zahlenverständnis. Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Kind im Schulalltag ist ein geregelter Lebensrhythmus. Üben Sie mit Ihrem Kind die richtigen Verhaltensweisen gegenüber Kindern und Erwachsenen.
Ein Vertrauensvorschuss und eine positive GrundeinsteIlung zur Schule sind die besten Starthilfen für Ihr Kind.

Welche Informationen sollten Eltern den Lehrkräften über ihre Kinder geben?

  • Besonderheiten des Kindes, wie z. B. Allergien.
  • Wer soll im Fall eines Unfalles informiert werden, falls Sie nicht erreichbar sind.
  • Teilen Sie den Lehrkräften eintretende Änderungen bei den Kindern mit, so z. B. Adresswechsel.

Denkanstöße und praktische Anregungen für das Hineinwachsen in einen neuen Lebensabschnitt

Eine Menge dessen, was für den Erfolg Ihres Kindes notwendig ist, trägt es bereits in sich. Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, können Sie viel für Ihr Kind tun.

Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen

Schöpfen Sie alle Möglichkeiten aus, die sozialen Beziehungen des Kindes weiterzuentwickeln oder weiterhin zu gewährleisten: Zu Ihnen als Eltern, zu Freunden, Verwanden oder zu anderen Menschen im Kindergarten, Sportverein usw.

Neugier und Entdeckungsfreude

Die Bereitschaft des Kindes, interessiert und wissbegierig auf die Welt zuzugehen, sollte gefördert werden: Fragen niemals abweisen; Sachbücher und kreative Spiele anbieten; die Umwelt, Technik und Natur gemeinsam mit dem Kind erforschen; nur gezielt fernsehen...

Gesunde Ernährung

Moderne Ernährungsempfehlungen für Kinder unterscheiden sich nicht wesentlich von denen, die jedem Erwachsenen ans Herz gelegt werden, um vital zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen. Empfehlenswert ist eine vollwertige Ernährung, die sämtliche Vitamine, Spurenelemente, Ballast- und Mineralstoffe anbietet, die ein sich noch entwickelnder Organismus braucht. Je bewusster Sie auf eine ausgewogene Kost achten, desto besser. Dazu gehören:
  • Salate, Frischobst, Frischgemüse und Vollkornprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Pflanzliche, wenig tierische Fette
  • Ausgewählte Fischsorten, manchmal Fleisch und Eier
  • Viel Flüssigkeit in Form von Mineralwasser, Fruchtschorlen sowie Kräuter- und Früchtetees
Wer seine Familie so ernährt, macht von vornherein fast alles richtig, ohne sich lange mit Nahrungsmitteltabellen oder Kalorien-Prozentwerten aufhalten zu müssen. Natürlich lässt sich bisheriges Essverhalten nicht radikal umkrempeln. Doch wer es wirklich will, fängt mit kleinen Schritten an. Vollwertige Ernährung ist weder umständlich noch schwierig oder teuer. Vor allem ist sie nie langweilig!

Sie werden sehr schnell merken, wie viel mehr Energie, Elan, Konzentrationskraft und gesteigerte Lebensfreude sie mit sich bringt. Ein schon zum Frühstück mit Müsli und Obst versorgter Kinderkörper erträgt Belastungen besser.

Die Organfunktionen werden angeregt, Verdauung und Stoffwechsel gefördert, die Durchblutung des Gewebes wird verbessert. Geben Sie Ihrem Kind ein möglichst abwechslungsreiches nicht so kalorienreiches Pausenbrot mit.

Wie kann der sprachlichen Ausdruck der Kinder gefördert werden?

Dass Ihr Kind sich sprachlich gut ausdrücken kann, ist sehr wichtig. Je "lebendiger" und abwechslungsreicher die Sprache ist, desto leichter kann es sich später schriftlich ausdrücken. Auf den sprachlichen Ausdruck sollte deshalb im Alltag geachtet werden. Hören Sie Ihrem Kind, ohne seinen Redefluss zu unterbrechen, aufmerksam zu. Denn Verhaltensmuster werden von den Kindern aus ihrem Umfeld kopiert. Grundschullehrkräfte empfehlen: "Lesen" Sie möglichst oft gemeinsam mit Ihrem Kind - Bücher mit vielen Bildern sind dazu besonders geeignet. Wenn Ihr Kind noch nicht selbst lesen kann, lesen Sie die Geschichten vor. Besonders wichtig sind die Bilder. Diese sollen von Ihrem Kind und Ihnen aufmerksam betrachtet werden. Denn je länger man ein Bild ansieht, umso mehr Einzelheiten werden registriert. Dadurch ergeben sich viele Gespräche. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, auf die Einzelheiten in den Bilderbüchern einzugehen, werden Sie ihrem Kind helfen, sich sprachlich abwechslungsreich auszudrücken.

Ist Lesen in der modernen Medienwelt überhaupt noch zeitgemäß?

Aber ja! Lesen begünstigt die Entwicklung unserer Persönlichkeit. Das ist heute wichtiger, denn je! Das innere Wachstum des Menschen hängt nicht nur davon ab, was wir optisch aufnehmen. In uns bildet sich auch ein Gefühlsleben. Die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit und unsere inneren Anlagen werden durch Lesen wesentlich gefördert. Die kleinen schwarzen Symbole, die wir Buchstaben nennen, machen wir erst durch unsere Fantasie zu Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen, welche sich zu eigenen Ideen erweitern. Vor allem auf die Fantasie und die Einfälle der Kinder wird es in der Zukunft ankommen. Kein Computer wird diese Ideen und Gedanken ersetzen können.

Was sollte bei der Anfertigung von Hausaufgaben berücksichtigt werden?

Die Aufgaben sollten möglichst immer am selben Platz angefertigt werden. Dabei ist zu beachten, dass Tisch und Stühle der Größe Ihres Kindes angepasst sind. Die beste Beleuchtung ist Tageslicht, von links bei Rechtshändern und von rechts bei Linkshändern. Fertigen nicht Sie die Hausaufgaben für Ihr Kind an, sondern leisten Sie geduldig Hilfestellungen. Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Arbeitsplan und schaffen Sie eine Lernatmosphäre, die dem Lernstil des Kindes entspricht. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind, damit Sie merken, ob es versteht, welche Aufgaben wie zu erledigen sind. Zerlegen Sie zeitaufwendige Aufgaben in kleinere Einheiten. Lehren Sie Ihr Kind, sich Termine zu setzen, um Arbeiten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes fertig zu stellen. Vergessen Sie nicht Ihr Kind auch zu loben!

Wie sollte man mit Lob & Tadel umgehen?

Grundsätzlich sollten Sie mehr gute Leistungen loben, als schlechte zu tadeln. Das fördert die Motivation Ihres Kindes und macht Ihnen und Ihrem Kind mehr Freude. Nicht unwesentlich werden Lernmotive davon beeinflusst, wie Eltern und Lehrer auf einen Misserfolg reagieren. Beraten Sie mit Ihrem Kind, wie es zum Misserfolg gekommen ist. Uninteressant ist, wer am Misserfolg schuld ist, viel wichtiger ist, dass Sie mit Ihrem Kind erarbeiten, wie ein solcher Misserfolg in Zukunft verhindert werden kann. Natürlich ist unter bestimmten Umständen auch ein gewisser Zwang notwendig, wenn z. B. das Kind seine Potentiale nicht ausreichend einsetzt. Dann sollte jedoch nach erfolgreicher Erledigung der Aufgabe eine Belohnung eingesetzt werden. Dabei sollten Sie auf "Notentarife" verzichten. Eine Belohnung kann auch ein gemeinsamer Ausflug sein.

Wie kann man Konzentrationsschwächen verhindern?

Wesentliche Ursachen für eine schlechte Konzentration sind z. B. die allgemeine Reizüberflutung, Bewegungsmangel und zu spätes Schlafengehen. Setzen Sie Ihr Kind nicht zu sehr unter Leistungsdruck. Achten Sie darauf, dass es lernt, einzelne Arbeitsschritte alleine zu Ende zu führen, ohne zu unterbrechen oder ohne unterbrochen zu werden. Kinder benötigen Zeit um sich mit Dingen intensiv zu beschäftigen, so lernen sie Lösungsstrategien alleine zu entwickeln.

Was ist beim Schulweg zu beachten?

Ihr Kind sollte sobald wie möglich den Schulweg mit Klassenkameraden oder Freunden gehen. Üben Sie deshalb bereits ein Vierteljahr vor der Einschulung mit Ihrem Kind den sichersten und nicht den kürzesten Weg zur Schule.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind Verhaltensregeln durch, falls es von Fremden angesprochen oder zu Handlungen aufgefordert wird. Wenn sich Ihr Kind von Fremden bedroht fühlt, ist es empfehlenswert, dass es selbstsicher reagiert. In dieser Situation sollte Ihr Kind entweder gezielt Passanten ansprechen oder in Geschäften um Unterstützung bitten.

Was ist nach der Schule zu beachten?

Achten Sie darauf, dass Ihrem Kind genügend Zeit für freies Spiel und Bewegung bleibt. Die Nachmittage sollten nicht durch zu viele Termine wie z. B. Musikschule verplant sein. Ihr Kind braucht auch Zeit zum Spielen. Ferner braucht Ihr Kind gesunden Schlaf mit frischer Luft, am besten nicht mit vollem Magen. Das Abendessen sollte deshalb mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen liegen. Um 20.00 Uhr sollte Ihr Kind spätestens zu Bett gehen.

Wie schwer darf ein Schulranzen sein?

Um Haltungsschäden vorzubeugen, sollte die Schultasche nicht zu schwer sein. Lassen Sie Ihr Kind den Ranzen täglich neu packen, damit keine unnötigen Dinge mit zur Schule getragen werden. Als Faustregel gilt, dass der Schulranzen nicht mehr als 12% des Körpergewichtes des Kindes wiegt, da sich die Wirbelsäule Ihres Kindes leicht verformen lässt.

Welchen Stellenwert haben Schulnoten?

Schulnoten spielen in den ersten drei Jahren oftmals nur eine untergeordnete Rolle. In der Regel sollen sie der Motivation der Kinder dienen und werden meistens ab dem zweiten Schuljahr eingesetzt. Wesentlich gewichtiger als die Noten wird von den Lehrkräften das Verhalten in den ersten Jahren des Kindes beurteilt. Bewertet werden die folgenden Faktoren, welche nachhaltig über den schulischen Erfolg des Kindes entscheiden:
  • Arbeitsverhalten
  • Soziaverhalten und Teamfähigkeit
  • Lern- und Leistungsbereitschaft
  • Lernentwickung
  • Sauberkeit/Ordentlichkeit